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Die gesellschaftspolitische Plattform zur Entdeckung und Förderung von Begabungen und Talenten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland und Europa.

Der AID ist sehr gut geeignet eine sog. Winkelfehlsichtigkeit unterstützend bei einem Kind zu diagnostizieren. Dies gilt übrigens für alle Versionen, nicht nur für den aktuellen AID3.

 

Vielfach muss man die Feststellung machen, dass Kinder in den einzelnen Subtests des AID gut oder sehr gut abschneiden und in ein oder zwei Untertestbereichen gravierende Ausrutscher vorhanden sind. Gerade bei Kindern, die in den Subtests des AID in der Norm bzw. weit darüber liegen, die am Ende des Tests eine hohe Begabung oder sogar eine Hochbegabung diagnostiziert bekommen, ist es dringend notwendig die niedrigen Werte der Subtests 8 und/oder 10 zu analysieren. Neben anderen Faktoren, auf die wir hier nicht näher eingehen möchten, spielt die sog. Winkelfehlsichtigkeit eine große Rolle.

Im Rahmen der Anamnese haben wir die Möglichkeit und diese sollten wir auch wahrnehmen, bestimmte Fragestellungen zu erörtern. Hier geht es unter anderem um folgende Problemstellungen:

  • Schwierigkeiten beim Ausmalen oder Ausschneiden,
  • Verrutschen in der Zeile,
  • Schlechtes Erkennen von Schrift,
  • Schlechtes Erkennen von Zahlen,
  • Kein Einhalten von Linien, bzw. über den Rand hinaus schreiben,
  • Anrempeln, stolpern,
  • Probleme beim Bälle fangen,
  • Ablehnen von Puzzlespielen,
  • Brennende oder tränende Augen,
  • Kopfschmerzen und/oder Lichtempfindlichkeit,
  • feinmotorische Probleme

Die Beantwortung dieser Sachverhalte ist von Wichtigkeit für die Interpretation der Subtests 8 und 10 des AID, das Antizipieren und Kombinieren – figural (8) sowie das Analysieren und Synthetisieren – abstrakt (10). Je nach Art der Ausprägung der Winkelfehlsichtigkeit können entweder der Untertest 8 oder der Untertest 10 unterhalb des T-Werts von 24 messen, es ist bei einigen Kindern aber auch gegeben, dass beide Werte sehr niedrig sind. Nicht alle o.g. Hinweise müssen zutreffen, doch treffen nur einige der o.g. Punkte zu, sollte man eine Winkelfehlsichtigkeit nicht ausschließen. Haben Kinder nämlich Schulprobleme o.g. Art, kann man diese durch eine Prismenbrille gut beheben.

Die folgenden Beispiele sind aus unserer täglichen Arbeit zusammengestellt und typisch für diese Kinder sowie verständlich für die Eltern.

Beispiel 1:

Max, 6 Jahre, bekommt die erste Aufgabe des Subtests 8 vorgelegt. Er schaut kurz auf die Teile und sagt freudig: „Das wird ein Bär.“ Und innerhalb weniger Sekunden sind die Teile korrekt zusammengefügt.

Nun kommt der Tannenbaum. Max schaut kurz, legt die beiden großen Teile zusammen und experimentiert ein bisschen, bevor der den Stamm an die richtige Stelle legt. Auch das ging sehr rasch, zwei Punkte. Ebenso verfährt er mit dem Schaukelpferd. Volle Punktzahl.

Beispiel 2:

Tim, 6 Jahre, bekommt die erste Aufgabe des Subtests 8 vorgelegt. Er schaut sich die Teile an und zögert ein wenig. Er nimmt das Bein in die Hand und versucht es an die Stelle zu legen, an die eigentlich der Kopf gelegt wird. Es gefällt ihm nicht so recht und er legt das Teil beiseite. Er nimmt nun den Kopf und versucht diesen an die Stelle des Beins zu legen. Auch das scheint ihm nicht zu gefallen und er probiert weiter. Mehr durch Zufall legt er den Kopf dann an die richtige Stelle. Nun begibt er sich wieder an die Beine. Er probiert noch ein bisschen, die Zeit ist mittlerweile um. Es gibt aber auch Kinder, die den Bären in den letzten Sekunden doch noch richtig legen können, so dass es noch einen Punkt geben kann.

Als nächste Aufgabe gibt es den Tannenbaum. Tim nimmt den Stamm und schiebt ihn zwischen die beiden großen Teile. Es gefällt ihm nicht. Er versucht nun den Stamm zwischen die Äste zu schieben, auch das funktioniert nicht. Nun schiebt er die beiden großen Teile zusammen. Aber den richtigen Platz für den Stamm findet er nicht. Wieder null Punkte.

Überspringen wir das Schaukelpferd, da dies gar nicht funktionierte und wenden wir uns der Birne zu. Diese ist ruckzuck fertiggestellt. Nun kommt das Haus an die Reihe. Tim nimmt das große Rechteck in die Hand und weiß nicht so recht wohin damit. Er legt es senkrecht unter das Dach. Er überlegt kurz und lässt es dort liegen. Dann nimmt er den Schornstein. Es dauert über die Zeit hinaus, bis er die richtige Stelle findet.

Beispiel 3:

Jana, 7 Jahre, erhält die Testanweisung für den Subtest 10. Die Beispielaufgaben löst sie souverän, auch alle weiteren Aufgaben stellen für Jana kein Problem dar. Als ein neuer Untertest beginnen soll, ist sie sehr enttäuscht. Sie hätte gern noch weiter mit den Würfeln gearbeitet.

Beispiel 4:

Sanna, 7 Jahre, erhält ebenfalls die Testanweisung für den Subtest 10. Schon mit der ersten Beispielaufgabe hat sie Probleme. Anstelle der gesamtroten Fläche wählt sie die kleinen Quadrate auf weißem Untergrund. Mit der zweiten Beispielaufgabe hat sie ebenfalls Probleme und es dauert über die Zeit hinaus, bis die Würfel richtig liegen. Die erste zählende Aufgabe funktioniert ebenfalls nicht richtig. Sanna stellt die Würfel sozusagen auf die Spitze und meint, damit die zu bildende Spitze besser abbilden zu können. Denn statt der richtigen „Dreiecke“ auf den Würfeln wählt sie die rechteckig weiß-roten Flächen. Die Zeit ist um, ohne dass Sanna die Aufgabe richtig gelöst hat. Auch bei den weiteren Aufgaben hat sie enorme Schwierigkeiten die richtigen Seiten der Würfel zu finden um die Muster entsprechend der Vorgaben richtigzustellen.

Deshalb nochmals der Hinweis: Gerade bei Kindern, die in den anderen Subtests in der Norm bzw. weit darüber liegen, die am Ende des Tests eine hohe Begabung oder sogar eine Hochbegabung diagnostiziert bekommen, ist es dringend notwendig die niedrigen Werte der Subtests 8 und/oder 10 zu analysieren.

Was ist nun eine Winkelfehlsichtigkeit?

Winkelfehlsichtigkeit ist ein Sehfehler, der bei bis zu 80% aller Menschen vorhanden ist, mehr oder weniger stark ausgeprägt und mit sogenannten Prismenbrillen korrigiert werden kann. Es handelt sich hierbei nicht um eine Krankheit im engeren Sinne und wird deshalb auch von Augenärzten kaum behandelt. Es ist vielmehr eine Störung, man kann es im weitesten Sinn mit einer Art Schielen vergleichen und tritt dann auf, wenn man sich längere Zeit visuell auf eine Sache konzentrieren muss.

Hochbegabte Kinder können diesen Sehfehler über einen längeren Zeitraum aufgrund ihrer hohen Intelligenz oftmals kompensieren. Doch irgendwann funktioniert das dann nicht mehr. Oftmals gehen aber auch Fehldiagnosen in Form von Legasthenie, Dyskalkulie oder ADS/ADHS einher. Haben die Kinder aber ihre Prismenbrille, werden sie ruhiger, konzentrierter und können deutlich besser und richtiger schreiben und rechnen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne unter folgenden Kontaktanschriften zur Verfügung.

Institut zur Fo(e)rderung besonderer Begabungen

Dr. Beate Gerstenberger-Ratzeburg

Annenstr. 137

D-58454 Witten

Tel.:       0049 2302 1781792

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                www.infobeg.de

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