Talente finden

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Die gesellschaftspolitische Plattform zur Entdeckung und Förderung von Begabungen und Talenten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland und Europa.

 

"Intelligenz ist eine Fähigkeit, Probleme zu lösen oder Produkte zu schaffen, die für eine bestimmte Gemeinschaft oder Kultur von Bedeutung sind."

                                                                     Howard Gardner

 

   

 

 

 

 

 

 

 

Lehrer haben immer Schüler mit ein oder mehreren der o.g. Fähigkeiten in ihren Klassen sitzen. In der Grundschule sind nach empirischen Untersuchungen ca. 20-30% der Grundschulkinder mit einer sehr guten bis weit überdurchschnittlichen Begabung bis hin zur Hochbegabung ausgestattet. In den weiterführenden Schulen verändert sich der Prozentsatz des Anteils dieser Kinder aufgrund der schulischen Selektionsprozesse je nach Schulform.

 

Wie erkennt man nun begabte oder hoch begabte Kinder im Unterricht?

Vielfach verstehen Lehrer unter Begabung und Hochbegabung hochleistende Kinder, die gute bis sehr gute Noten schreiben, sich mehr oder weniger aktiv am Unterricht beteiligen und auch sonst keine großen Probleme haben. Doch dies ist nicht die Regel. Häufig sind es gerade DIE Kinder mit den schlechten Noten, die einen sehr hohen Intelligenzquotienten besitzen, Kinder und Jugendliche, die verhaltensauffällig sind, die man mit ADS oder ADHS in Verbindung bringt, Kinder mit enormen Rechtschreib-oder Rechenproblemen, die auf eine Legasthenie oder Dyskalkulie schließen lassen. Dies kann, muss aber nicht sein. Kinder mit hohen Begabungen zeigen manchmal diese Symptome. Doch gibt es begabte Kinder mit, aber auch ohne diese Diagnosen, Kinder, die einfach mit dem Schulsystem nicht klarkommen und deshalb nicht die erwarteten Leistungen zeigen.

Gerade dann, wenn es ums Rechnen geht, muss man ganz genau hinschauen. Wenn Kinder scheinbar nicht rechnen können, kann es sich sowohl um eine Dyskalkulie, aber auch um eine mathematische Hochbegabung handeln. Kinder mit einer mathematischen Hochbegabung haben häufig einen eigenen Rechenweg, der sie daran hindert, dem schulisch vorgegebenen Weg zu folgen. Das Ergebnis ist dann eine Fünf in Mathe, obwohl das Kind eigentlich auf seinem eigenen Weg, den es aber manchmal selbst im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen kann, eine gute Note geschrieben hätte.

Um gerade für den Bereich Schule nochmal zu verdeutlichen, dass es nicht nur DIE Hochbegabung gibt, verweisen wir im Folgenden auf Howard Gardner, der neun verschiedene Intelligenzen aufzeigt:

  • Sprachliche Intelligenz
    (Dichter, Journalisten, Werber, Rechtsanwälte,....)
  • Musikalische Intelligenz
    (Musiker, Dirigenten, Komponisten, ...)
  • Logisch-mathematische Intelligenz
    (Mathematiker, Computerfachleute, Philosophen, ..)
  • Räumliche Intelligenz
    (Schachspieler, Bildhauer, Architekt,..)
  • Körperlich-kinästhetische Intelligenz
    (Sportler, Schauspieler, Tänzer, Chirurg, etc )
  • Intrapersonale Intelligenz
    (Fähigkeit, eigene Gefühle, Grenzen und Möglichkeiten gut zu kennen, z.B. Schauspieler, Schriftsteller, Künstler, .. )
  • Interpersonale Intelligenz
    (Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen und ihnen empathisch zu begegnen : Therapeuten, Lehrer, Verkäufer)
  • Naturalistische Intelligenz
    (Fähigkeit, Lebendiges zu beobachten, zu unterscheiden und zu erkennen, für Naturphänomene sensibel zu sein : Förster, Botaniker, Biologen, ....)
  • Existenzielle Intelligenz
    (Fähigkeit, wesentliche Fragen des Daseins zu erkennen und Antworten darauf suchen, spirituelle Führer, Philosophen, ...)

Hochbegabung und Begabung kann sich auf verschiedene Bereiche beziehen und entsprechend unterschiedlich ausgeprägt sein. Das bedeutet u.a., dass ein mathematisch begabtes Kind nicht zwingend auch gut in Englisch sein muss oder umgekehrt. Trotzdem kann eine Gesamt-Hochbegabung vorliegen.

Wenn Sie sicher sein wollen, dass sich Ihr Verdacht einer Begabung bestätigt, raten Sie den Eltern zur Testung.

Aber nicht alle Verfahren sind geeignet. Es ist wichtig, sich genau zu informieren. Wichtige Hinweise zum Thema Testung finden Sie unter Intelligenztests.

Übrigens, haben wir für Sie auch zwei Checklisten eingestellt. Wie erkenne ich hoch begabte Kinder und Jugendliche?

  • Den Download für die Grundschule finden Sie hier.
  • Den Download für die weiterführende Schule finden Sie hier.

 

Probleme hochbegabter Kinder in Schule und Unterricht

Probleme begabter und hochbegabter Kinder und Jugendlicher in Schule und Unterricht sind vielfältig und oft bedingt ein Problem das nächste, sodass die Kinder in einen Teufelskreis der Probleme gelangen, aus dem sie allein kaum herauskommen. Diese Schüler haben häufig Schulprobleme, auch inform von Verhaltensproblemen, wie z.B.

  • schlechte Noten,
  • Klassenclown,
  • Träumerchen,
  • Aggressivität,
  • Konzentrationsprobleme,
  • fehlende Motivation,
  • Rechtschreibprobleme,
  • Rechenprobleme,
  • hyperaktives Verhalten,
  • ängstliches Verhalten,
  • geringes Selbstbewusstsein,
  • mangelnde Beteiligung am Unterricht,
  • Probleme mit den Klassenkameraden,
  • Mobbing
  • u.v.m..

Sollten Sie ein Kind mit einem oder mehrerer der o.g. Probleme in der Klasse haben, so kann es sich um ein begabtes oder gar hoch begabtes Kind handeln.

Sprechen Sie mit den Eltern oder holen Sie sich qualifizierte Unterstützung von Fachleuten auf dem Gebiet der Begabung.

Fördern und Fordern hochbegabter und überdurchschnittlich begabter Kinder in der Schule

Es gilt also Unterricht so zu gestalten, dass diese Forderung realisiert werden kann und Unterforderung für die Begabten und Überforderung für die schwächer Begabten vermieden wird.

Hierzu ist es u.a. wichtig:

  • über das Phänomen Hochbegabung Bescheid zu wissen
  • sich zum Thema Hochbegabung fortzubilden
  • begabte Schüler zu erkennen
  • eine Vielfalt von unterrichtlichen Methoden und Unterrichtsformen bereit zu haben
  • Underachiever (Minderleister) zu erkennen
  • auf die unterschiedlichen Problemkreise der Underachiever eingehen zu können (die  Ängstlichen, die Depressiven, die Kritiker, die Perfektionisten, die Verweigerer, die Vermeider, die "Null- Böcker", die Revoluzzer, ....)
  • die begabten Schüler als Kinder und Jugendliche zu betrachten, die ebenso wie die anderen Schüler Aufmerksamkeit und Wertschätzung der Persönlichkeit brauchen
  • Akzeptieren Sie eigenständige Denkansätze und Lösungswege
  • Vermeiden Sie viele Übungs- und Wiederholungsaufgaben
  • Geben Sie Raum, so dass das Kind seinem eigenen Lerntempo und seinen eigenen Lernbedürfnissen folgen kann
  • Geben Sie dem Kind die Möglichkeit, flow im Unterricht zu erleben (Flow: Zustand, der eintritt, wenn Anforderung und Können im Gleichgewicht sind und mit starker intrinsischer Motivation und guter Begabung einhergehen).

Begabte und hochbegabte Schüler benötigen in der Schule immer ein spezielles Fördern und Fordern. Hier muss man wieder individuell unterscheiden, worin die einzelnen Schwerpunkte der Begabung liegen, damit man die Förderung speziell dem Kind anpassen kann.

In der Grundschule kann man über ein Springen nachdenken. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Kind bereits beim Schulanfang schon lesen, schreiben oder rechnen kann. Damit es sich nicht langweilt, ist entweder ein Springen unerlässlich oder aber, das Kind muss innerhalb des Klassenverbandes so gefördert werden, dass es am Ende der dritten Klasse den Stoff der vierten ebenfalls schon beherrscht und damit schneller auf die weiterführende Schule wechseln kann.

Des Weiteren darf das Kind nicht dieselben Aufgaben wie die Klassenkameraden erhalten, wenn es schon weiter ist als diese. Hier ist aber die Qualität wichtiger als die Quantität, d.h. das Kind muss nicht die gleichen Aufgaben wie die Mitschüler plus zusätzliche erhalten, sondern andere Aufgaben als die anderen und zwar solche, die zum Denken und Forschen anregen.

So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe, denn durch die erhöhten Anforderungen lernt das Kind lernen, und genau dies kann es ohne die entsprechende Forderung nicht tun.

Die weiterführende Schule kann ebenfalls durch zusätzliche, andere Aufgaben das Kind unterstützen sein Wissen zu erweitern. Hier kann man zulassen, dass das Kind zusätzliche Recherchen im Internet durchführt, die gute, alte Stadtbücherei besucht oder aber durch eigene Forschungen und Initiativen zusätzliches Wissen erwirbt und evtl. auch an die Klassenkameraden weitergeben kann.

Bei besonders guten Leistungen kann auch an der weiterführenden Schule über ein Springen nachgedacht werden. Auch die Einführung eines Drehtürmodells kann begabten Kindern und Jugendlichen eine zusätzliche Forderung verschaffen.

Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch unsere Infos zu den Themen Beratung und Coaching.

                                                                                             

 

 

 

 

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