Talente finden

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Die gesellschaftspolitische Plattform zur Entdeckung und Förderung von Begabungen und Talenten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland und Europa.

Fotolia 2229672 XSGerade Vorschulkinder bzw. Kindergartenkinder sind dann in der Regel ihren Altersgenossen weit voraus. Sie interessieren sich schon früh für Buchstaben und/oder Zahlen, wollen früh schreiben oder lesen, haben einen ausgeprägten Wortschatz und sprechen manchmal Wörter, bei denen die Eltern sich wundern, woher sie diese kennen. Sie spielen förmlich mit Zahlen, können sich bereits im Kindergarten schnell Lieder- und Gedichttexte merken und können manchmal lesen und schreiben, wenn sie in die Schule kommen. Dies ist dann nicht das Werk ehrgeiziger Eltern, wie man immer meint. Die Kleinen sind durchaus in der Lage, sich diese Fähigkeiten selbst beizubringen.

Schon extrem früh wirken die Kinder sehr wach, sind interessiert an allen Dingen der Umwelt. Sie spielen gern mit Älteren oder Erwachsenen. Sie fragen viel, sind wissbegierig und die Warum-Phase scheint nicht aufzuhören. Sie haben eine hohe Auffassungsgabe und Informationsverarbeitung. Oft, aber nicht immer, liegt eine motorische Schwäche vor. Sie sind nicht interessiert an altersgemäßem Spielzeug, sondern lieben Spiele und Geschichten für Ältere. Oft interessieren sie die Dinge der Umwelt mehr als Spielzeug.

Insbesondere Mädchen fallen nicht in dem Maße auf wie Jungen, da sie sich gut anpassen können. Dies führt sich leider auch in der Schule fort. Im Übrigen sind schon im Kindergarten Verhaltensaufälligkeiten möglich durch Unterforderung oder durch Unverständnis seitens der Umwelt.

Das Problem dieser Kinder ist es, dass sie intellektuell den Altersgenossen weit voraus, jedoch emotional altersgemäß sind. Eine Förderung und Forderung dieser Kinder ist deshalb individuell zu sehen, denn jedes Kind ist einzigartig, mit und ohne hoher Begabung.

Kinder mit besonderen Begabungen verfügen wie jedes andere Kind auch über eine individuelle Persönlichkeit mit eigenen Interessen und Schwerpunkten. Auch bei begabten Kindern gibt es deutliche Unterschiede in der intellektuellen Leistungsfähigkeit.

Begabte Kinder zeigen jedoch im Vergleich zu gleichaltrigen anderen Kindern bestimmte Verhaltensweisen. Die Arbeit mit den Kindern in unserem Institut zeigt immer wieder, dass diese Verhaltensmuster bereits ab einem IQ von 115 auftreten, also nicht nur den Hochbegabten vorbehalten bleiben. Hierbei kann es sich z.B. um folgende Merkmale handeln:

  • Geringes Schlafbedürfnis
  • Ständiges Fragen im Versuch, die Umwelt zu verstehen
  • Sehr gutes Gedächtnis
  • Hohes Lernvermögen
  • Gutes logisches Denkvermögen
  • Hohe Abstraktionsfähigkeit
  • Gutes sprachliches Ausdrucksvermögen, großer Wortschatz
  • Ungewöhnliche Lösungen für scheinbar klare Aufgabenstellungen
  • Interesse für "Erwachsenenthemen" (z. B. Religion, Politik)
  • Lesen, Schreiben oder Rechnen vor der Einschulung
  • Hohe Sensibilität
  • Extrem ausgeprägtes Sozialverhalten

Treffen auch nur einige dieser Punkte zu, kann eine besondere Begabung bzw. Hochbegabung vorliegen.

Hochbegabung wird nicht nur durch die Höhe der Intelligenz bestimmt, sondern durch das Wechselspiel verschiedener Bedingungen, die sowohl in dem Kind/Jugendlichen liegen können als auch in dem familiären und außerfamiliären Umfeld.

Voraussetzungen für die Realisierung einer Hochbegabung, die in dem Kind selbst liegen, können folgende Faktoren sein:

  • Die intellektuelle Denkfähigkeit und/oder andere Begabungen müssen gut und überdurchschnittlich entwickelt sein.
  • Die Fähigkeit zur Stressbewältigung ist eine Voraussetzung, um Begabung auch in belastenden Situationen einsetzen zu können.
  • Leistungsmotivation ist die Fähigkeit, aufgabenorientiert an Problemstellungen herangehen zu können. Fleiß und Ehrgeiz kommen dabei zum Ausdruck.
  • Lösungswege werden nicht nur auf bekannten Pfaden beschritten, oft ist es eine Herausforderung für hochbegabte Kinder und Jugendliche, neue Lösungen für die Aufgabenstellungen zu suchen. Dazu ist kreatives Denken und Neugierde von Bedeutung.
  • Anstrengungsbereitschaft und die Freude am Tun und Denken zeichnen hochbegabte Kinder und Jugendliche aus. Lernen will gelernt sein, dies gilt auch für Hochbegabte. Richtige Lernstrategien sind effizient im Umgang mit den Lerninhalten, dies wiederum kann helfen, die Prüfungssituation bewältigen zu können.
  • Um die eigenen Begabungen zu kennenzulernen, diese realistisch einschätzen und auch umsetzen zu können, ist die Fähigkeit zur Selbstkontrolle notwendig. Erfahrungen von Erfolg und Misserfolg sind mitverantwortlich für das Bild, das eine Person von sich entwickelt hat.

Neben den oben genannten intrapersonalen Voraussetzungen sind für die Entwicklung und Ausbildung von besonderen Begabungen auch Einflüsse des Umfeldes relevant.Die Familiensituation, das familiäre Klima, das Interesse an Bildung, etc hat einen entscheidenden Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Begabungsentwicklung des Kindes.
Die Situation in Kindergarten und Schule ist auch mitentscheidend für die Umsetzung der Begabung in Hochleistung.
Das Schulklima, die Fördermöglichkeiten, das Lernangebot, die Unterrichtsformen, die Kenntnis über Fakten der Hochbegabung, die Akzeptanz der Hochbegabung und der Hochbegabten beim Lehrer, bei Mitschülern etc. sind nur einige Faktoren, die in der Schule von fördernder oder hemmender Bedeutung sind.
Der Einfluss des Freundeskreises / peers ist ein ebenfalls bedeutsamer. Gleichaltrige, Gleichbefähigte, Freunde haben in der Bewertung von bestimmten Verhaltensweisen eine große Bedeutung.

Sind die intrapersonalen Faktoren und die Umweltbedingungen positiv, so können wir davon ausgehen, dass die Persönlichkeits- und die Begabungsentwicklung relativ problemfrei verlaufen wird. Sind in einem oder mehreren Bereichen, die Bedingungen nicht günstig, so ist zu erwarten, dass Probleme in der Begabungs- und Selbstwertentwicklung auftauchen werden.

 

 

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