Talente finden

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Die gesellschaftspolitische Plattform zur Entdeckung und Förderung von Begabungen und Talenten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland und Europa.

Was versteht man unter einer besonderen Begabung, einer überdurchschnittlichen Begabung? Und was versteht man unter Intelligenz oder Talent? Dies sind Begriffe, die immer wieder im Zusammenhang dem Begriff der Hochbegabung auftauchen.

So wird z.B. der Talentbegriff gleichbedeutend mit den Begriffen Begabung und Intelligenz verwendet, jedoch bezieht man ihn in der Regel auf bestimmte Teilgebiete von Leistung wie z.B. Sport, Musik oder die Fähigkeit, eine Sprache mit Leichtigkeit zu erlernen.

Fotolia 40298363 XSDoch auch hier fasst in einigen Darstellungen der Begabungsbegriff. „Während man in der Umgangssprache mit ‚Begabung’ überwiegend auf einen engen Bereich zielt, für den jemand begabt ist, meint man im wissenschaftlichen Sprachgebrauch meistens einen größeren Bereich und spricht bei ausgeprägter Einseitigkeit vom ‚Talent’ eines Menschen“ (Lange, 1992, S.22).

Die besondere oder überdurchschnittliche Begabung zeichnet sich durch eine besondere Ausprägung, höher als normal, von Intelligenz aus. Man spricht von einer sehr hohen Denk- und Problemlösefähigkeit. Begabte Menschen verfügen über eine schnelle Lernfähigkeit und ein sehr gutes Gedächtnis. Die Kapazität in der lnformationsaufnahme und -verarbeitung liegt im Vergleich zu durchschnittlich begabten Menschen weit über dem Durchschnitt.

Vielfach werden die Begriffe Begabung und Intelligenz mit Leistung und guten Noten gleichgesetzt. Anscheinend eine einfache Gleichung, die aber leider nicht immer aufgeht.Schlechte Noten, Flüchtigkeitsfehler, Legasthenie, LRS. Dyskalkulie bzw. Rechenschwäche, ADS, AD(H)S, psychosomatische Erkrankungen u.v.a.m. können Begleiterscheinungen einer besonderen, überdurchschnittlichen Begabung oder einer Hochbegabung sein.

Bitte machen Sie es sich bewusst: diese o.g. Begleiterscheinungen beginnen bereits im Stadium der überdurchschnittlichen, d.h. besonderen Begabung, nicht erst bei der Hochbegabung.

Der durchschnittliche IQ eines Menschen liegt nach der Gaußschen Verteilungskurve bei 100.

Ab einem IQ von 115 wird von einer besonderen Begabung gesprochen. Den Wert 115 und mehr erreichen ca. 16% der Bevölkerung.

Von einer Hochbegabung hingegen spricht man ab einem IQ von 130. Diesen Wert erreichen ca. 2% der Bevölkerung. Die genannten Werte sind nicht statisch, sondern fließend, da die Höhe des IQ-Wertes nicht unwesentlich von der physischen und psychischen Verfassung des Probanden während der Messung abhängt. 

Rein statistisch gesehen bedeutet das, dass von 100 Personen rund sechzehn Personen als besonders oder überdurchschnittlich begabt gelten und zwei bis drei als hochbegabt einzustufen sind. In jeder Schulklasse sitzen daher mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit besonders begabte und hochbegabte Kinder.

Der momentane Durchschnitts-IQ der Gymnasiasten liegt übrigens bei 107.

Im HAWIK IV sehen Petermann & Petermann Intelligenz noch differenzierter, hier beginnt die überdurchschnittliche Intelligenz bereits ab einem IQ von 110.

  • unter IQ 69 sehr niedrige Intelligenz, 2,2 % der Normalverteilung
  • IQ 70-79 niedrige Intelligenz, 6,7 % der Normalverteilung
  • IQ 80-89 unterdurchschnittliche Intelligenz, 16,1 % der Normalverteilung
  • IQ 90-109 durchschnittliche Intelligenz, 50 % der Normalverteilung
  • IQ 110-119 überdurchschnittliche Intelligenz, 16,1 % der Normalverteilung
  • IQ 120-129 hohe Intelligenz, 6,7 % der Normalverteilung
  • ab IQ 130 sehr hohe Intelligenz, 2,2 % der Normalverteilung

Diese Aufstellung wurde entnommen aus dem Manual des HAWIK IV (Petermann & Petermann) 

"Intelligenz ist eine Fähigkeit, Probleme zu lösen oder Produkte zu schaffen, die für eine bestimmte Gemeinschaft oder Kultur von Bedeutung sind."  Howard Gardner

Talent ist ein weiterer Begriff, der immer wieder im Zusammenhang mit den anderen oben genannten Begriffen auftaucht. Er wird auch vielfach gleichbedeutend mit den Begriffen Begabung und Intelligenz verwendet, jedoch bezieht man ihn in der Regel auf bestimmte Teilgebiete von Leistung wie z.B. Sport, Musik oder die Fähigkeit eine Sprache mit Leichtigkeit zu erlernen.

Doch auch hier fasst in einigen Darstellungen der Begabungsbegriff. „Während man in der Umgangssprache mit ‚Begabung’ überwiegend auf einen engen Bereich zielt, für den jemand begabt ist, meint man im wissenschaftlichen Sprachgebrauch meistens einen größeren Bereich und spricht bei ausgeprägter Einseitigkeit vom ‚Talent’ eines Menschen“ (Lange, 1992, S.22).

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Begriffe Intelligenz, Begabung und Talent divers diskutiert werden, eine einheitliche Definition jedoch nicht gegeben werden kann, da die Sichtweisen zu unterschiedlich sind. Plausibel erscheint die Ansicht, dass Intelligenz die Voraussetzung für den Wissenserwerb und die Entwicklung von Handlungskompetenz ist, so dass die Entfaltung einer (kognitiven) Begabung abhängig vom Vorhandensein einer gewissen Höhe der Intelligenz zu sein scheint.

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