Talente finden

logios.de

Die gesellschaftspolitische Plattform zur Entdeckung und Förderung von Begabungen und Talenten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland und Europa.

Was versteht man unter einer Hochbegabung und wie erkennt man sie? Welche Merkmale muss man beachten?

 

 

 

 

 

 

 

 

Hochbegabung ist die Anlage für herausragende Leistungen, nicht die Hochleistung selbst.

Hochbegabung setzt sich zusammen aus sehr guter Motivation, sehr guter Kreativität und aus überdurchschnittlichen Fähigkeiten auf einem oder mehreren Gebieten.

Hochbegabung kann nur unter bestimmten Umständen zu Höchstleistungen führen, d.h. Hochbegabung führt nicht automatisch zu außerordentlichen Leistungen. Ohne Unterstützung kommt sie nur selten zur Entfaltung. So ist es die Aufgabe der Umwelt (Familie, Kindergarten, Schule, weiteres Umfeld) Bedingungen zu schaffen, in denen besonders begabte Kinder und Jugendliche sich ihrer Begabung entsprechend entwickeln können.

Identifikation und Begabtenförderung können demzufolge heutzutage nicht voneinander losgelöst gesehen werden.

Der Begriff der Hochbegabung ist nicht alleine auf Intelligenz zu beziehen, sondern Hochbegabung kann in den verschiedensten Bereichen auftreten.
(Gardner 1991, Sternberg 1999)

Nach Heller gibt es folgende Begabungsfaktoren: 

  • Intellektuelle Fähigkeiten ( sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)
  • Sozial-emotionale Fähigkeiten
  • Musisch-künstlerische Fähigkeiten
  • Musikalische Fähigkeiten
  • Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische,
  • etc. Kreativität)
  • Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)
  • Praktische Intelligenz 

Hochbegabung kann sich nur dann entwickeln und realisieren, wenn das hochbegabte Kind  eine unterstützende Umwelt hat und es fördernde, nicht kognitive Persönlichkeitsmerkmale  (wie z.B. Leistungsmotivation, Anstrengungsbereitschaft, Stressbewältigungskompetenz und andere) besitzt.

Es gibt nicht die Hochbegabung und das hochbegabte Kind an sich, sondern jeder Begabte ist einzigartig. Somit gibt es auch nicht das Patentrezept zur Förderung von begabten Schüler/Innen.

Es gilt, den für jeden einzelnen Begabten individuell richtigen Förderweg zu finden unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsentwicklung, so wie auch bei schwach begabten Kindern in der Pädagogik schon lange der Weg der Differenzierung und Individualisierung proklamiert wird.

Wie bereits erwähnt, spricht man ab einem IQ von 130 in der Regel von einer Hochbegabung. Es gibt jedoch auch wissenschaftliche Definitionen, die bereits ab einem IQ von 115, 120 oder 125 einen Menschen als hoch begabt ansehen. Hochbegabung konkret zu definieren ist deshalb eigentlich unmöglich.

Die in der Regel in der Praxis angewandte Sichtweise bedeutet eigentlich nur, dass ein Mensch mit einem IQ von 115 eine Standardabweichung, ein Mensch mit einem IQ von 130 zwei Standardabweichungen über der Norm liegt.

Deshalb ist zu sagen: Bei jeder Definition der Hochbegabung ist zu beachten, dass die Grenzen zwischen guter, überdurchschnittlicher Begabung, Hoch- und Höchstbegabung willkürliche, von Experten festgesetzte Größen sind. Es hat sich eingebürgert, einen IQ von 130 als Grenzwert zur intellektuellen Hochbegabung anzusetzen.

Bitte beachten Sie: ein IQ ist niemals statisch, ein IQ-Test niemals 100%ig. Viele Kriterien beeinflussen sowohl die Messung, als auch den Wert selbst, z.B. ein nicht den Regeln entsprechend durchgeführter Intelligenztest, eine nicht genannte oder bekannte Krankheit des Kindes, wenn die Chemie zwischen Tester und dem zu testenden Kind oder Jugendlichen nicht stimmt u.v.m..

Und bitte beachten Sie auch, dass ein Mensch in einem Test zwar seine Höchstleistung zeigen, sich aber niemals schlauer machen kann als er ist. Durch ungünstige Umstände kann z.B. ein sehr intelligenter Mensch schlechter abschneiden als es seinen Fähigkeiten entspricht.

 

Back to Top